Ratgeber Verlegerichtung bei Terrassen

Die Wahl der Verlegrichtung von Terrassendielen wird in den Medien und den verschiedensten Fachgremien kontrovers diskutiert. Beide Möglichkeiten, parallel oder senkrecht zur Hauswand sind möglich. Eine DIN gibt es nicht. In den einzigen verbindlichen Regeln den FR02 (Fachregeln Balkone und Terrassen) gibt es keine Empfehlung oder Vorschrift. Im Gegensatz dazu wird ein Gefälle in Längsrichtung einer Terrassendiele vorgeschrieben, bzw. empfohlen.

Ein fehlendes Gefälle bedingt immer eine kürzere Lebensdauer eines Belages mit sich, (Durchfeuchtung und Frost) sowie einen erhöhten Pflegeaufwand, weil das Wasser den Schmutz nicht wegspülen kann und das Schmutzwasser zu unschönen Wasserflecken antrocknet.

Das Argument, bei glatten Dielen sei die Richtung des Gefälles egal, ist nicht richtig. (Theoretisch könnte bei einer glatten Diele ja das Wasser seitlich ablaufen). Durch die Bewitterung schüsseln alle Dielen etwas. Sie bilden eine flache Rinne. Dadurch wird die seitliche Entwässerung behindert.

Wie bei vielen Dingen haben beide Verlege Versionen Vor-und Nachteile. Jeder muss für sich abwägen, was für Ihn wichtig ist. Wichtig ist nur, dass das Wasser ablaufen kann und die Terrasse nicht unnötig lange feucht bleibt. 

Bei langen Hauswänden oder breiten Fensterelementen ist es besser senkrecht zur Wand zu verlegen, weil dadurch optisch der Hochpunkt der Terrasse, am Haus entlang, eine horizontale Linie bildet. Wasser und Dreck werden in den Garten geleitet. In diesem Fall ist die Sache noch klar. So werden die meisten Terrassen gebaut.

Aber schon, wenn eine Terrasse L-förmig um eine Hausecke herumläuft, müsste die Verlegrichtung gewechselt, und die beiden Schenkel auf Gehrung zueinander geschnitten werden.  Eine Gehrung (45 Grad Schnitt) bringt aber insbesondere bei Holz ein Problem mit sich. Holz quillt und schwindet in Längsrichtung praktisch nicht. In Querrichtung dafür umso mehr. Durch die unterschiedliche Feuchte zwischen Sommer und Winter verzieht sich deshalb der Winkel und es entstehen sehr unschöne Zacken (Sägezähne). Gehrungen im Freien sind deshalb immer unschön. Besser ist es ohne Gehrung zu planen und stumpf zu stoßen. Wenn ich die Verlegrichtung um die Ecke herum nicht wechsele steigt ein Schenkel an oder fällt ab. Ich muss mich also entscheiden, was für mich wichtiger ist. Meistens wird für das Gefälle für den kürzeren Schenkel gewählt.

Gibt es an beiden Hauswänden eine Terrassentür kann ich nur bei einer Tür horizontal anschließen. Bei der anderen läuft die Terrasse im Gefälle.

Ein weiterer Punkt ist die Verfügbarkeit von Längen der einzelnen Terrassendielen. Ein Längsstoß ist nicht immer zu vermeiden. Ab 5m Länge wird es schwierig. Bei einer Terrasse von z.B. 4x7m wäre in 7m Richtung auf jeden Fall zu stoßen, in 4m-Richtung geht es meistens ohne Stoß.

Ist ein Teilbereich überdacht, wird dieser Teil von Sonne und Regen weniger verändert, als eine Fläche, welcher der Witterung direkt ausgesetzt ist. Wenn eine Terrassendiele aus dem geschützten Bereich in den ungeschützten Bereich hinausläuft  verändert sich ein Teil der Diele stark, der andere fast nicht.  Der Übergangsbereich zeichnet sich deutlich ab.
Wird hier die Verlegrichtung gedreht,  bilden 1 oder 2 komplette Dielen einen Übergangsbereich. Die Fläche draußen und  die überdachte Fläche bleiben jeweils weitgehend einheitlich.

Das optische Empfinden spielt aber die größte Rolle. Eine Türschwelle läuft nun einmal quer zur Laufrichtung und deshalb möchte das Auge, dass der Boden danach genauso weiterläuft. Also bei der Terrassentür quer zur Tür.

Quergestreifte Kleidung lässt optisch „dicker“ erscheinen. Genauso ist es bei Terrassen. Eine lange schmale Terrasse sieht einfach besser aus, wenn die Dielen in die kurze Richtung verlegt sind. Kein Mensch würde einen langen Steg in Längsrichtung belegen, sondern immer quer.


Rutschfestigkeit

Unabhängig vom Gefälle wird oft gefragt ob Terrassendielen quer oder längs zur Hauptlaufrichtung verlegt werden sollen. Gleichzeitig wird die Frage gestellt, ob glatte, geriffelte oder genutete Dielen in Bezug auf die Rutschfestigkeit vorzuziehen sind. Das ist ein sehr schwieriges Thema, und kompliziert zu vermitteln. Die Testergebnisse zur Rutschfestigkeit sagen eindeutig „glatte Dielen sind rutschhemmender“. Das ist fürs erste nicht zu verstehen, weil die Erfahrung eher das Gegenteil zeigt. Warum ist das so? Dazu muss man wissen, wie getestet wird. Die Rutschfestigkeit wird immer in Längsrichtung einer Diele ermittelt und das bei einer trockenen Diele. Die Haftfläche ist bei dieser Versuchsanordnung bei der geriffelten Diele etwas geringer und es kommt zum sogenannten „Schieneneffekt“. Bei einer nassen Diele dürfte das in etwa gleich sein, wird aber nicht getestet. Ob nun eine geriffelte Diele an der Oberfläche schneller trocknet, weil das Wasser in den Vertiefungen bleibt, oder eine glatte Diele schneller abtrocknet, darüber darf spekuliert werden.

Das Problem bei den Tests ist, dass nicht eine Terrasse als Gesamtheit betrachtet wird, sondern nur eine einzelne Diele in Längsrichtung. Das ist absolut praxisfremd. Es ist unbestritten und alle Erfahrungen zeigen das; ein quer zur Laufrichtung verlaufendes Profil gibt einen besseren Halt, als ein glattes.

Auch die Fugen zwischen den einzelnen Dielen wirken quer zur Laufrichtung rutschhemmender, als in Längsrichtung.

Niemand würde z.B. bei einer steilen Garageneinfahrt Rillen längs einarbeiten, oder diese glatt lassen. Der gesunde Menschenverstand sagt auch hier, dass es natürlich besser ist Querrillen zu haben.